Fabric und Dynamics 365 verbinden - ohne Schnittstelle
Wie der Fabric Link Export-Jobs überflüssig macht
Dynamics 365 ist in vielen Unternehmen das Herzstück des Tagesgeschäfts: Vertrieb, Kundenkommunikation, Servicefälle, individuelle Abläufe – alles läuft hier zusammen. Und je intensiver Du das System nutzt, desto wertvoller werden die Daten darin. Irgendwann kommt der Punkt, an dem Du sie nicht mehr nur operativ einsetzen, sondern unternehmensweit auswerten, mit anderen Quellen kombinieren und für KI nutzbar machen willst.
Genau hier wird es zäh. Denn ein CRM ist nicht gebaut, um Deine Daten auszuwerten – es ist gebaut, um Geschäftsprozesse abzubilden. Die meisten Unternehmen lösen das mit selbstgebauten Schnittstellen und nächtlichen Export-Jobs. Das funktioniert, kostet aber dauerhaft Wartung und bricht bei jeder Änderung.
Mit Microsoft Fabric und dem Fabric Link for Dataverse gibt es heute einen Standardweg, der genau diese Bastellösung überflüssig macht.
- Philipp Schulze Tertilt
- Lesezeit: 6 Minuten
Ein CRM ist nicht für Auswertungen gebaut - und das muss es auch nicht sein
Dynamics 365 ist auf einen Zweck hin optimiert: viele kleine Transaktionen zuverlässig und schnell verarbeiten. Das Datenmodell ist entsprechend normalisiert, auf einzelne Geschäftsvorfälle ausgelegt und über viele Tabellen verteilt. Für den laufenden Betrieb ist das genau richtig – für Auswertungen oft nicht.
In unseren Projekten sehen wir immer wieder dieselbe Lage: Dynamics 365 liefert viel über Kunden, Verkaufschancen und Serviceprozesse. Daneben liegen weitere Daten in Business Central, in anderen ERP-Systemen, in Excel-Dateien oder Fachanwendungen. Die Fragen, die das Management wirklich bewegen, lassen sich aber erst beantworten, wenn man diese Quellen zusammenführt:
- Welche Vertriebsmaßnahmen führen langfristig zum Erfolg?
- Welche Kunden entwickeln sich besonders positiv?
- Wie hängen Umsatz, Serviceaufwand und Kundenzufriedenheit zusammen?
- Welche Kennzahlen braucht das Management für fundierte Entscheidungen?
Viele Unternehmen beantworten das heute mit individuellen Schnittstellen oder selbst entwickelten ETL-Prozessen. Die laufen oft zuverlässig, verursachen aber erheblichen Wartungsaufwand und müssen bei jeder Änderung an den beteiligten Systemen nachgezogen werden.
Typische Herausforderungen:
- Komplexe Auswertungen belasten die Performance des produktiven CRM
- Historische Stände fehlen, Entwicklungen über die Zeit lassen sich kaum nachvollziehen
- Die relevanten Fragen verlangen Daten aus mehreren Systemen gleichzeitig
- Selbstgebaute Export-Jobs brechen bei jeder Strukturänderung
- Auswertungen hinken dem Tagesgeschäft hinterher
Der Fabric Link for Dataverse: der Standardweg statt der Bastellösung
Mit dem Fabric Link for Dataverse stellst Du Dataverse-Daten nahezu ohne eigene Entwicklung direkt in Microsoft Fabric bereit. Berücksichtigt werden nicht nur die Standardtabellen von Dynamics 365, sondern auch sämtliche individuellen Tabellen und Erweiterungen, die in Deinem Dataverse angelegt wurden.
Der eigentliche Vorteil: Du setzt vollständig auf Microsoft-Standardtechnologie. Individuelle Schnittstellen und Exportprozesse werden in vielen Szenarien überflüssig – und mit ihnen ein Großteil des laufenden Wartungsaufwands. Gerade bei stark erweiterten Dynamics-365-Umgebungen ist das ein spürbarer Unterschied: Eigene Geschäftsobjekte, die über Jahre gewachsen sind, werden automatisch mitberücksichtigt, ohne dass Du für jede Tabelle eine separate Strecke pflegen musst.
Microsoft Fabric wird dabei oft auf Power BI verkürzt. Tatsächlich deckt die Plattform deutlich mehr ab:
Business Intelligence
Die bereitgestellten Daten lassen sich unmittelbar in Power BI nutzen. Management-Dashboards, Vertriebsanalysen oder Servicekennzahlen entstehen auf einer aktuellen, zentralen Datenbasis – ohne den Umweg über manuelle Exporte.
Data Warehouse mit Medallion-Architektur
Fabric eignet sich ebenso für moderne Data-Warehouse-Architekturen. Bewährt hat sich das Medallion-Schema: In der Bronze-Schicht landen die Rohdaten unverändert, in der Silver-Schicht werden sie bereinigt und vereinheitlicht, in der Gold-Schicht stehen fachlich modellierte Daten für Berichte und Kennzahlen bereit.
Datenintegration weiterer Quellen
Neben Dynamics 365 lassen sich weitere Systeme anbinden – Business Central, SQL-Datenbanken, Excel, SharePoint oder andere Cloud-Anwendungen. So entsteht eine zentrale Plattform für sämtliche Unternehmensdaten statt vieler verteilter Einzelauswertungen.
Aus der Praxis: wie ein fragiler Export überflüssig wurde
Ein mittelständischer Anbieter technischer Produkte mit rund 200 Mitarbeitenden nutzt Dynamics 365 Sales für Vertrieb und Angebote sowie Business Central für die Auftragsabwicklung. Über die Jahre waren im Dataverse zahlreiche eigene Tabellen entstanden, unter anderem für Anlagen-Stammdaten und Wartungsverträge.
Für das monatliche Vertriebsreporting exportierte ein nächtlicher ETL-Job ausgewählte Tabellen in eine separate SQL-Datenbank. Das funktionierte, war aber fragil: Jedes neue Feld musste manuell aufgenommen werden, bei Strukturänderungen brach die Strecke, und die Auswertungen hinkten immer einen Tag hinterher.
Diese Exportstrecke wurde durch den Fabric Link for Dataverse ersetzt. Da der Link sämtliche Tabellen samt individueller Erweiterungen automatisch berücksichtigt, entfiel der manuelle Pflegeaufwand. In Fabric entstand ein Medallion-Modell, das die Vertriebsdaten mit den Auftragsdaten aus Business Central zusammenführt. Auf dieser Basis ließ sich erstmals belastbar nachvollziehen, welche Wartungsverträge mit überdurchschnittlichem Folgeumsatz einhergehen. Ein zweites Modell zur Verlängerungswahrscheinlichkeit kam hinzu, dessen Ergebnis als Kennzahl zurück in Dynamics 365 fließt – der Vertrieb sieht die Einschätzung direkt am Datensatz.
Das Bemerkenswerte war nicht die Analyse, sondern der reduzierte Betriebsaufwand: Die Datenstrecke pflegt sich faktisch selbst.
Wie Du sinnvoll einsteigst
Wenn Du heute Dynamics 365 oder andere Dataverse-Anwendungen einsetzt, lohnt es sich, den Aufbau einer modernen Datenplattform früh mitzudenken. Aus unserer Erfahrung hat sich bewährt:
- konsequent auf Microsoft-Standardtechnologie setzen
- operative und analytische Systeme klar trennen
- individuelle Schnittstellen nur dort bauen, wo sie wirklich nötig sind
- mit einem überschaubaren Anwendungsfall starten, statt alles auf einmal abzubilden
- Governance und Berechtigungen von Anfang an mitdenken
- spätere KI-Anwendungen schon bei der Architektur berücksichtigen
Der größte Vorteil liegt dabei nicht in der technischen Integration allein. Entscheidend ist, dass Du eine einheitliche Datenplattform auf Basis von Microsoft-Standardtechnologie schaffst. Das senkt Entwicklungs- und Wartungsaufwand, erhöht die Zukunftssicherheit und legt die Grundlage für datengetriebene Entscheidungen. Wenn Du früh und mit einem klar abgegrenzten ersten Anwendungsfall startest, baust Du Dir eine Basis, die mit Deinen Anforderungen mitwächst.
Hast Du ähnliche Anforderungen?
Du möchtest Dynamics 365 mit Microsoft Fabric verbinden oder planst eine moderne Datenplattform? Wir unterstützen Dich bei Architektur, Einführung und Umsetzung – von der ersten Bestandsaufnahme bis zur tragfähigen Datenplattform auf Microsoft-Basis.