Eine Woche raus, um als Team zusammenzuwachsen

Warum die WYSA sich diese Zeit bewusst nimmt

Der größte Teil unserer Zusammenarbeit passiert über Bildschirme. Tickets, Chats, Calls – das funktioniert, und meistens funktioniert es gut. Aber irgendwann merkt man, dass dabei etwas fehlt, das sich digital nur schwer herstellen lässt: das Gefühl, die Menschen wirklich zu kennen, mit denen man jeden Tag arbeitet. Genau deshalb nehmen wir uns zweimal im Jahr eine ganze Woche – nicht als Belohnung am Rande, sondern als bewusst gesetzten Fixpunkt.

Ein gemeinsamer Raum verändert, wie man zusammenarbeitet

Im April waren wir eine Woche im Allgäu, untergebracht in zwei Ferienhäusern, mit zwei Seminarräumen, die wir kurzerhand zu einem gemeinsamen Büro umfunktioniert haben. Für ein Team, das sonst digital und über Distanz zusammenarbeitet, war das eine ungewohnte Situation – und genau das war der Punkt.

Wenn alle im selben Raum sitzen, passiert etwas mit der Kommunikation. Der kurze Dienstweg ist plötzlich wirklich kurz: Eine Frage, die sonst einen Teams-Chat und zwei Stunden Wartezeit gekostet hätte, klärt sich, indem man sich umdreht. Abstimmungen werden direkter, Gespräche spontaner, und nebenbei lernt man die Kolleginnen und Kollegen anders kennen als über ihr Kachelbild im Call. Diese Nähe ist nicht der angenehme Nebeneffekt der Woche – sie ist ihr eigentlicher Zweck.

Das Highlight: gemeinsam in ein Thema springen, das keiner ganz beherrscht

Der Mittwoch war für uns der stärkste Moment der Woche. Wir haben das Team in zufällige Gruppen aufgeteilt und jeder Gruppe ein ausgelostes Thema rund um KI-unterstütztes Arbeiten gegeben – Automatisierung, Agents, Einsatz im echten Arbeitskontext. Knapp zweieinhalb Stunden Zeit, sich einzuarbeiten, danach die Präsentation vor allen anderen.

Das Entscheidende dabei: Die Themen lagen für viele außerhalb der eigenen Expertise. Genau das hat es spannend gemacht. Man konnte sich nicht auf Routine verlassen, sondern musste sich gemeinsam, unter Zeitdruck, in etwas Neues hineindenken – und sich auf die Stärken der anderen in der Gruppe verlassen. Die Lernkurve war steil, die Ergebnisse haben uns selbst überrascht, und vor allem hat sich gezeigt, wie schnell ein zufällig zusammengewürfeltes Team trägt, wenn alle wollen.

Das ist im Kleinen genau das, was gute Projektarbeit ausmacht.

Was zwischen der Arbeit passiert, gehört dazu

Es wäre gelogen zu sagen, es sei nur ums Arbeiten gegangen. Wir haben zusammen gekocht – ein Abend gehörte den Gyros –, gegrillt, eine Runde Bowling gespielt und abends öfter mal an der Switch gesessen. Das klingt nach Beiwerk, ist aber zentral: Vertrauen entsteht nicht im Meeting, sondern daneben. Wer zusammen am Herd steht oder beim Bowling verliert, redet am nächsten Tag anders über ein Projekt. Dieses gegenseitige Verständnis ist die Grundlage, auf der unsere eigentliche Arbeit aufbaut.

Nebenbei ist in dieser Woche auch das echte Bildmaterial für unsere neue Website entstanden – das Gruppenfoto und einige Teamaufnahmen. Uns war wichtig, dass dort echte Menschen zu sehen sind und kein Stock-Material. Aber ehrlich gesagt war das eher ein schönes Nebenprodukt als der Anlass.

Warum uns das wichtig ist

Am Ende geht es bei diesen Wochen nicht um Output. Den hätten wir auch von den Schreibtischen aus produziert. Es geht um etwas, das sich schlechter messen, aber deutlich spüren lässt: dass wir uns als Team verstehen, bevor das nächste Projekt es von uns verlangt. Wer sich kennt, arbeitet besser zusammen – und genau das nehmen wir mit zurück in den Alltag.

Wie hält Dein Team den persönlichen Draht, wenn der Alltag digital läuft?